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Preise für Naturstoffforschung

Die DECHEMA e.V. und der Beirat der DECHEMA-Fachgruppe Niedermolekulare Naturstoffe mit biologischer Aktivität schreiben jedes Jahr die Doktoranden- und Nachwuchswissenschaftlerpreise für Naturstoffforschung aus.

Doktoranden-Preis für Naturstoffforschung

Auf den mit 500€ dotierten Preis können sich Wissenschaftler/innen mit herausragenden Promotionsarbeiten bewerben.
Die eingereichte Arbeit soll folgende Anforderungen erfüllen:

  • Die Arbeit soll einen wesentlichen Beitrag zur Erweiterung der Erkenntnisse auf dem Gebiet der Naturstoffforschung leisten.
  • Eingereicht werden können Arbeiten zu Strukturen, Biosynthesen, chemischen Synthesen, Wirkungen und zur Entwicklung neuer Methoden.
  • Die Dissertation soll mindestens mit der Note sehr gut (magna cum laude) bewertet worden sein.
  • Der Abschluss des Dissertationsverfahrens darf nicht länger als 12 Monate vor dem Ende der Einreichungsfrist zurückliegen.

Bewerbungen und Vorschläge sollen eine maximal zweiseitige Kurzfassung der Promotionsarbeit, eine Publikationsliste sowie einen Lebenslauf des Bewerbers umfassen. Gutachten von Betreuern der Doktorarbeit sind willkommen.

Nachwuchswissenschaftler-Preis für Naturstoffforschung

Mit dem Nachwuchswissenschaftler-Preis zeichnet die DECHEMA-Fachgruppe Niedermolekulare Naturstoffe mit biologischer Aktivität herausragende junge Wissenschaftler/innen nach der Promotion aus, die mit richtungweisenden Arbeiten auf den verschiedenen Arbeitsfeldern der Naturstoffforschung hervorgetreten sind, insbesondere auf Grenzgebieten zwischen Biologie und Chemie. Der Preis, mit dem der Hochschullehrernachwuchs auf dem Gebiet der Naturstoffforschung in Deutschland gefördert werden soll, umfasst neben einer Urkunde einen Geldbetrag von 3000€. Bewerbungen und Vorschläge sollen eine kurze Darstellung der wissenschaftlichen Arbeiten und eine Kurzbiographie umfassen.

Bewerbungen und Vorschläge für beide Preise können bis zum 24. November 2017 unter http://www.dechema.de/nf_dokpreis (Doktorandenpreis) und http://www.dechema.de/nf_nwpreis (Nachwuchswissenschaftlerpreis) eingereicht werden. Über die Vergabe der Preise entscheiden die Mitglieder des Fachgruppen-Beirats.

 

Träger der Doktoranden-Preise für Naturstoffforschung

2017: Dr. Patrick Rabe vom Kekulé-Institut für Organische Chemie und Biochemie der Universität Bonn
In seiner Promotionsarbeit zur bakteriellen Biosynthese von Terpenen war er maßgeblich an der Aufklärung der Kristallstrukturen zweier Terpenzyklasen sowie an mechanistischen Studien der betreffenden Enzyme durch ortsgerichtete Mutagenese beteiligt. Dabei konnte die Selinadien-Synthase aus Streptomyces pristinaespiralis als erstes bakterielles Enzym sowohl in der offenen als auch in der geschlossenen Konformation kristallisiert werden, wodurch ein Induced-Fit-Mechanismus aufgedeckt wurde. Weiterhin hat Herr Rabe eine große Zahl Deuterium- und 13C-markierter Terpenvorläufer synthetisiert und sie eingesetzt, um die Mechanismen diverser Terpenzyklasen zu entschlüsseln.

2016: Dr. Kristina Haslinger, MPI für Medizin, Heidelberg
leistete mit ihrer Dissertation einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis der Interaktion der Cytochrom P450 Monooxygenasen mit NRPS Komplexen, zum einen bei der Synthese von modifizierten Vorläuferaminosäuren und zum anderen bei der Reifung von Glykopeptid-Antibiotika. Besonders die Strukturaufklärung des ersten Cytochrom P450‐PCP Komplexes verspricht, in absehbarer Zeit eine enzymatische Kaskade zur halbsynthetischen Herstellung von Glykopeptid-Antibiotika zu etablieren.

2015: Dr. Sebastian Fuchs, ETH Zürich,
hat in seiner Promotionsarbeit wichtige Beiträge zum Verständnis der Naturstoffbiosynthese in Xenorhabdus- und weiteren Bakterien geleistet. Die Arbeiten überzeugen hinsichtlich der hohen Qualität und Quantität der Daten, der überdurchschnittlichen Publikationsleistung sowie durch eine ungewöhnliche Vielfalt an verwendeten Methoden im Schnittfeld von chemischer Analytik, Molekularbiologie, Ökologie und Pharmazie.

2014: Dr. Tom Bretschneider, Hans-Knöll-Institut, Jena
Tom Bretschneider konnte in seiner Promotionsarbeit ganz neuartige Funktionen von Polyketidsynthase-artigen Enzymen aufdecken und neue Einblicke in die funktionelle Vielfalt dieser Enzymfamilie gewinnen.

2013: Dr. Swantje Behnken, Bayer Technology Services, Leverkusen
Anaerob lebende Bakterien waren bislang als Naturstoffproduzenten unbekannt. Swantje Behnken hat mit ihrer Promotionsarbeit am Leibniz-Institut für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie in Jena entscheidend dazu beigetragen, dieses verborgene Synthesepotenzial der unter Ausschluss von Sauerstoff lebenden Bakterien zu nutzen. Ihre Arbeiten führten zur Entdeckung der ersten Naturstoffe aus anaeroben Bakterien, darunter das strukturell ungewöhnliche Antibiotikum Closthioamid. Dieses könnte in Zukunft gegen multiresistente Staphylokokken eingesetzt werden.

2012: Dr. Dominik Pistorius, Universität des Saarlandes; Dr. Stefan Benson, MPI in Mülheim; Dr. Eva Maria Musiol, Universität Tübingen
Dr. Dominik Pistorius erhielt dem Preis für seine Dissertation zu dem Thema "Deciphering novel mechanisms of bacterial secondary metabolite biosynthetic pathways" in dem Arbeitskreis von Prof. R. Müller in Saarbrücken. Die Totalsynthese von Spirastrellolid F Methylester wurde in der Dissertation von Dr. Stefan Benson erfolgreich untersucht und mit der Vergabe des Doktoranden-Preis für Naturstoffforschung geehrt. In dem Arbeitskreis von Prof. A. Fürstner am MPI in Mülheim hat Benson eine Zielstruktur mit 21 chiralen Zentren in einem 38-gliedrigen Macrolidring totalsynthetisch zugänglich machen. Das aus einem Meeresschwamm isolierte Macrolid Spirastrellolide F ist auf Grund seiner hohen Cytotoxizität und Aktivität als Phosphatase-Inhibitor eine interessante Leitstruktur. Frau Dr. Musiol hat den Doktoranden-Preis für Naturstoffforschung für ihre exzellenten Leistungen auf dem Gebiet der molekulargenetischen und biochemischen Untersuchung von Polyketid-Biosynthesewegen an der Universität Tübingen erhalten. In ihrer Arbeit "The discrete acyltransferases KirCI and KirCII involved in kirromycin biosynthesis" hat Musiol erstmals biochemisch gezeigt, dass modulare Polyketidsynthasen vom trans-AT-Typ neben Malonyl-CoA auch "ungewöhnliche" Extendereinheiten wie Ethylmalonyl-CoA einbauen können und damit die Diversität der Polyketide erweitern.

2011: Dr. Tobias Brodmann, Universität Hannover
Er hat herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Synthese, Strukturaufklärung und Modifikation von Naturstoffen, speziell aus Myxobakterien erbracht. Besondere Beachtung verdient die erste Totalsynthese von Chivosazol F, mit der der synthetische Zugang zu diesem komplexen Naturstoff gelegt wurde. Dabei erlaubt die Verwendung einer intra-molekularen Kreuzkupplung den Aufbau des empfindlichen Polyen-Systems. Zusätzlich hat Herr Brodmann mit seiner Arbeit die vorgeschlagene Stereostruktur dieses Naturstoffs bestätigt und damit den Grundstein für weitere Optimierungen der biologischen Aktivität gelegt.

2010: Dr. Daniel Krug, Institut für Pharmazeutische Biotechnologie der Universität des Saarlandes
Er wurde für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Detektion, Identifizierung, Isolierung und Biosynthese von Naturstoffen ausgezeichnet. Besondere Beachtung verdient dabei die Entdeckung der Imidacine durch Genome Mining und die Entwicklung von allgemein einsetzbaren analytischen und bioinformatischen Methoden für die Sekundärstoff-Metabolomik

2009: Dr. Tobias A. M. Gulder, Institut für Organische Chemie, Universität Würzburg
Er hat herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Isolierung, Strukturaufklärung, Biosynthese und Synthese von Naturstoffen unter anderem aus marinen Schwämmen erbracht. Besondere Beachtung verdient die Entdeckung, dass das Anthrachinon Chrysophanol in der Natur - je nach Produzent - über verschiedene Polyketidfaltungswege entstehen kann.

2008: Dr. Laila Pamela Partida-Martinez, Leibniz-Institut für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie e.V., Jena
Sie hat in ihrer Promotionsarbeit den ersten Fall beschrieben, bei dem ein Mykotoxin nicht von einem Pilz, sondern von endosymbiotischen Bakterien produziert wird. Ihre multidisziplinären Arbeiten zu dieser neuartigen Bakterien-Pilz-Symbiose sind von hoher ökologischer und medizinischer Bedeutung und haben international große Anerkennung gefunden.

 

Träger der Nachwuchswissenschaftler-Preise für Naturstoffforschung

2017: Dr. Thomas Magauer vom Departement für Chemie der Ludwig-Maximilians-Universität München
Basierend auf einer eleganten Strategie gelang ihm die Synthese von mehr als 15 hochkomplexen Terpenoiden aus der Reihe der Leucosceptroide, wodurch auch interessante Einsichten in ihre Biosynthesen gewonnen wurden. Zu seinen Erfolgen zählen auch die erste Totalsynthese des tetrazyklischen Meroterpenoids Cyclosmenospongin und die bio-inspirierte Totalsynthese von Dictyoxetan und dessen biosynthetischer Vorstufe Dollabellan V. Zudem entwickelte er Zugänge zu funktionalisierten Bausteinen für die Wirkstoffsynthese mittels selektiver Aktivierung von Kohlenstoff-Fluor-Bindungen, durch Gold(I)-katalysierte Kaskadenreaktionen von halogenierten 1,5-Enynen und durch  Ring-erweiterende Fragmentierungen zum Aufbau von polyfunktionalisierten Arenen.

2016: Prof. Dr. Tobias A. M. Gulder, TU München
Ausgezeichnet werden seine hoch interdisziplinären und vielseitigen Forschungsarbeiten zur Isolierung und Charakterisierung neuer Sekundärstoffe, zur Aufklärung, Veränderung und Nutzbarmachung mikrobieller Naturstoffbiosynthesewege, sowie zur Anwendung selektiver Biosyntheseenzyme für innovative totalsynthetische Zugänge zu komplexen Naturstoffen.

2015: PD Dr. Tanja Gaich, Leibniz Universität Hannover
hat innovative Arbeiten auf dem Gebiet der Naturstoffsynthese geleistet, wobei sie sich primär auf die Sarpagin-Alkaloide wie das Vellosimin fokussierte. Frau Dr. Gaich offenbart in ihren Arbeiten große Kreativität, nicht nur weil sie Vorstellungen zur Biosynthese in ihre Synthesestrategie einfließen lässt, sondern auch chemisch nicht etablierte Transformationen mit dem geforderten wissenschaftlichen Risiko in exzellenter Weise erprobt.

2014: PD Dr. Jeroen Dickschat, TU Braunschweig
Jeroen Dickschat hat innovative Arbeiten auf dem Gebiet der Biosynthese von Terpenen geleistet und insbesondere stereochemische Abläufe untersucht. Er kombinierte dabei chemische, biochemische und  molekularbiologische Methoden.

2013: PD Dr. Tilmann Weber, Universität Tübingen
Tilmann Weber erhielt den Nachwuchswissenschaftler-Preis für Naturstoffforschung 2013 für seine innovativen Arbeiten zur Biosynthese von biologisch relevanten Naturstoffen. Dazu zählen vor allem die Synthese von Kirromycin und Pristinamycin. Sie spielen eine wichtige Rolle in der Antibiotika-Forschung. Er hat außerdem ein neues Software-Tools entwickelt, mit dem - ausgehend von der Genomsequenz eines Mikroorganismus - vorhergesagt werden kann, welches Potential dieser für die Naturstoffsynthese besitzt, welche Bausteine dazu verwendet werden und wie die Struktur der neuen Naturstoffe aussehen könnte. Damit ist Tilmann Weber ein Brückenschlag zwischen der Bioinformatik und der Molekularbiologie der Naturstoff-Biosynthese gelungen. Die Synthese kann nun gezielt auf medizinisch relevante Fragestellungen ausgerichtet werden.

2012: Prof. Dr. Mathias Christmann, Technische Universität Dortmund
Die Arbeitsgruppe Christmann beschäftigt sich mit der Zielmolekül-orientierten Synthese biologisch relevanter Natur- und Wirkstoffe. Methodisch kommen dabei insbesondere die Entwicklung neuer Aktivierungsmodi der Organokatalyse und die Funktionalisierung nachwachsender Rohstoffe zum Einsatz. Christmann schlägt damit erfolgreich eine Brücke zwischen der Synthese biologisch relevanter Naturstoffe und deren Anwendung auf medizinisch relevante Fragestellungen. Christmann hat hervorragende, innovative Arbeiten auf den Gebieten der Totalsynthese biologisch relevanter Naturstoffe und der Entwicklung neuer Synthesemethoden geleistet.

2011: Dr. Andriy Luzhetskyy, Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Herr Dr. Andriy Luzhetskyy entwickelt mit herausragendem Erfolg neue Werkzeuge für die Aktinomycetengenetik. Er setzt diese Werkzeuge auf dem Gebiet der mikrobiellen Genetik von Naturstoffproduzenten ein und baut somit eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und angewandter Forschung. Insbesondere seine Mutagenesewerkzeuge und seine Reportersysteme haben große Anerkennung gefunden.

2010: Dr. Hans-Dieter Arndt, Max-Planck-Institut für molekulare Physiologie, Dortmund
Für herausragende Erfolge in der chemischen Biologie von Naturstoffen. Er wendet moderne Methoden der Synthesechemie an, um das Verständnis der biologischen Funktionen von Naturstoffen zu verbessern.

2009: Prof. Dr. Elke Dittmann, Humboldt-Universität, Berlin
Für herausragenden Erfolg in der Biosynthese, Funktion und Diversität von nichtribosomalen und ribosomalen Peptiden aus Cyanobakterien. Insbesondere haben ihre Arbeiten zur Ökologie und Evolution von cyanobakteriellen Toxinen und anderen Sekundärmetaboliten große Anerkennung gefunden.

2008: Dr. Dirk Menche, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH, Braunschweig
Für herausragende Erfolge in der synthetischen Naturstoffchemie und der Strukturaufklärung komplexer Metabolite aus Myxobakterien. Insbesondere haben seine originellen analytischen und synthetischen Arbeiten zum V-ATPase-Inhibitor Archazolid große Anerkennung gefunden.

2007: Dr. Helge Björn Bode, Universität des Saarlandes
Für herausragende Erfolge der Chemie und der Molekularbiologie von naturstoffproduzierenden Mikroorganismen. Insbesondere seine Arbeiten zur Rolle von Lipiden im komplexen Entwicklungszyklus von Myxobakterien haben große Anerkennung gefunden.

2006: Prof. Dr. Georg Pohnert, EPF Lausanne
Für herausragende Erfolge auf dem Gebiet der chemischen Ökologie. Anerkennung finden insbesondere seine Leistungen bei der Aufklärung der dynamisch chemischen Verteidigungsstrategien von marinen Algen, wobei höchst originelle chemische und biologische Methoden und Gesichtspunkte seine Forschungsansätze auszeichnen.

2005: Dr. Christian Hertweck, HKI Jena
Für herausragende Erfolge auf dem Gebiet der bioorganischen Synthese. Anerkennung finden insbesondere seine Leistungen zur Aufklärung und Charakterisierung von Biosynthesewegen mit bislang unbekannten Enzymen, die zur Bildung strukturell ungewöhnlicher Polyketid-Wirkstoffe in Streptomyceten und Pilzen führen.

2004: Dr. Jörn Piel, MPI für Chemische Ökologie, Jena
Für chemische und molekulargenetische Arbeiten zum Sekundärstoffwechsel von Bakterien. Insbesondere ist es ihm gelungen, die Biosynthese des Pederins und verwandter Naturstoffe aus nichtkultivierten bakteriellen Symbionten von Invertebraten aufzuklären.

2003: Dr. Roderich Süßmuth, Universität Tübingen
Für herausragende Arbeiten zur Aufklärung der Biosynthese von Glykopeptid-Antibiotika des Vancomycin-Typs.

2002: Dr. Rolf Müller, GBF, Braunschweig
Für herausragende Arbeiten zur Molekularbiologie der Sekundärstoff-Biosynthese in Myxobakterien.

2001: Dr. T. Lindel, Universität Heidelberg
Für herausragende Arbeiten zur Isolierung und Strukturaufklärung von Naturstoffen aus Meeresorganismen sowie seinen Leistungen auf dem Gebiet der Naturstofsynthese.